Das viele Training und einige Jahre harte Arbeit haben sich ausgezahlt: Luisa Tremel hat sich den Meistertitel im Speerwurf gesichert. Und dabei auch noch eine neue Bestleistung aufgestellt.
Von Nina Probst
Die 55,49 Meter im ersten Versuch hätten schon gereicht, um Deutsche Meisterin zu werden. Doch im letzten Versuch warf Luisa Tremel den 600-Gramm-Speer noch zu neuer persönlicher Bestleistung von 56,40 Meter und holte sich verdient den Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen. „Das ist nicht nur mein erster Meistertitel, sondern auch allgemein meine erste Medaille bei den Erwachsenen. Das ist schon etwas Besonderes“, sagt die 23-Jährige wenige Tage nach dem Erfolg.
Und der kommt nicht von ungefähr. Von Kindesbeinen an war Luisa Tremel (23) aus Augsburg Leichtathletin, machte ihre ersten Wettkämpfe für den TSV Gersthofen und ist bis heute Mitglied in ihrem Heimatverein, in dem ihre Mutter Ursula und Bruder Hannes seit vielen Jahren als Übungsleiter und Trainer tätig sind. Mit dem TSV Gersthofen wurde sie mehrmals Bayerische Meisterin im Hochsprung und Mehrkampf, fuhr einige Male zu Deutschen Meisterschaften. Doch als Luisa vor ein paar Jahren immer besser wurde und die Trainingsbedingungen professioneller sein mussten, wechselte sie zu den LG Stadtwerken München. Immerhin studierte die 23-Jährige an der TU auch Sportwissenschaften und seit Herbst 2024 nun Medizin.
Der Weg nach München bedeutete für Luisa aber auch ein Auf und Ab. „Ich hatte jetzt einige Jahre, in denen ich mich zum Teil auch wirklich durchkämpfen musste und zu den Deutschen Meisterschaften oft nicht in der Lage war, meine beste Leistung abzurufen“, blickt die Sportstudentin zurück. Daher ist sie jetzt erst recht stolz, dass sie auf den Punkt zeigen konnte, was in ihr steckt. „Jetzt konnte sie endlich ihr wahres Können zeigen“, freut sich auch ihr ehemaliger Trainer Josef „Max“ Liepert vom TSV Gersthofen, der die Karriere seiner Athletin noch immer eng verfolgt.
Dabei waren die Bedingungen beim Wettkampf in Sindelfingen nicht gerade die besten. Kaltes Regenwetter machte es nicht einfacher. Oder doch? „Natürlich ist das nicht optimal für die ganz großen Weiten, aber ich würde sagen, es gehört zu meinen Stärken, mich weniger vom Wetter beeinflussen zu lassen als es manch andere tun“, sagt Luisa rückblickend. Trotzdem war die Aufregung vor dem Werfen groß. Als aber der Speer schon im ersten Versuch nur einen Zentimeter unter ihrer Bestleistung landete, war diese schnell verflogen. Schon in den Wochen zuvor waren die Weiten im Training stabil gewesen. Daher konnte Luisa selbstbewusst in die Deutsche Meisterschaft gehen. „Ich habe schon mit einer Medaille geliebäugelt“, gibt sie zu.
Nun ist es die Goldene geworden. Und mit dem Titel konnte sich Luisa für den Europacup-Winterwurf in Nikosia, Zypern empfehlen. „Die nächsten zwei Wochen bereite ich mich also auf meinen ersten internationalen Einsatz bei den Aktiven vor, darauf freue ich mich schon wahnsinnig“, sagt sie. Sie oft auf wärmeres Wetter vor Ort und dass sie dann mit guten Weiten im internationalen Feld ordentlich präsentieren kann. Danach geht es dann auch schon ins nächste Auslandstrainingslager, um die neue Saison vorzubereiten.